Wer war Alfred Prassek?
Alfred Prassek wurde am 9. Februar 1921 in Zauditz geboren.
Die Gemeinde Zauditz liegt im „Hultschiner Ländchen“, einer deutschen Sprachinsel die seiner Zeit zu Österreich gehörte. Dann kam sie zur Slowakei, später zur Tschechoslowakei. Die nächsten größeren Städte sind Mährisch Ostrau und Troppau; das Bezirksamt war Ratibor das heute in Polen liegt.
Nach der Schule kam Alfred Prassek zu einem Onkel in die Schlosserlehre. Nach der Ausbildung ging er nach Görlitz in das Eisenbahn-Betriebswerk. Von dort wurde er eingezogen und kam zu den Fallschirmjägern. Seine Stationen waren Afrika, Kreta, Baku und zuletzt Monte Cassino. Dort wurde er verwundet und kam in englische Gefangenschaft.
Die Engländer hatten ihn in das Rhein-Main-Gebiet entlassen, woraufhin er in Flörsheim an Main (gegenüber von Rüsselsheim) sesshaft wurde.
Eine ältere Frau gewährte ihm eine Unterkunft in der die Fenster mit Brettern vernagelt waren, weil die Scheiben fehlten. Prassek begann aus Glasscherben und Holzlatten Fenster zu basteln. Seine Fähigkeit verbreitete sich in der Stadt wie ein Lauffeuer: „Die Messer-Mutter hat einen Soldat, der Fenster machen kann“. Das war der Anfang seiner beruflichen Laufbahn.
Die Gemeinde stellte ihm ein Grundstück zur Verfügung, auf das er mit Trümmerbausteinen eine Werkshalle errichtete. Er machte seine Ausbildung als Schlossermeister und Glasermeister damit er Lehrlinge ausbilden konnte. Nach und nach wurden Mitarbeiter eingestellt die Schaufensteranlagen fertigten. Als sich Bankeinbrüche häuften, hat Alfred Prassek Kassenschalter in Banken mit schusssicherem Glas ausgestattet und gleichzeitig automatische Kameras angebracht. Nachdem aus der Sparkasse Flörsheim ein Einbrecher erfolglos flüchten musste, wurde dieser auf Grund der Überwachungsfotos eine halbe Stunde später schon gefasst.
Daraufhin bekam er für das ganze Rhein-Main-Gebiet den Großauftrag, alle Sparkassenfilialen mit Sicherheitsglas und Überwachungskameras auszustatten. Zu seinen Kunden gehörten dann Schulen, Rathäuser, Erholungsheime und Reha-Kliniken im Vordertaunus alle waren zufriedene Kunden von denen nie Reklamationen kamen.
Alfred Prassek war 29 Jahre mit seiner Frau Annemarie verheiratet, die 1981 verstarb. Dieser Verlust nahm ihm den Mut weiter zu arbeiten und so kam er noch im selben Jahr zu Verwandten nach Kreuzwertheim, da er sich in Flörsheim nicht „heimisch“ fühlte. Einige Zeit später heiratete er die Cousine seiner verstorbenen Gattin, Hilde Röth. Hier in Kreuzwertheim wollte er seinen „Lebensabend“ verbringen – nur zur Ruhe setzen konnte er sich auch hier nicht.
Am 20. November 2004 verstarb Alfred Prassek und hinterließ die ausgestellte Sammlung in der nach ihm benannten Scheune als Stiftung und Heimatmuseum.
Die Prassek-Scheune
Die Prassek-Scheune in Kreuzwertheim ist ein liebevoll eingerichtetes Heimat‑ und Handwerkermuseum in einer über 400 Jahre alten Fachwerkscheune neben dem Schloss derer zu Löwenstein, das auf rund 200 m² etwa 2.000 Exponate aus dem Alltags‑ und Arbeitsleben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts präsentiert
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